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Jagdhunde als FamilienhundeJagdhundrassen erfreuen sich steigender Beliebtheit als Familienhunde. Waren es früher mehr Dackel, Retriever, Cocker und Setter, so findet man heute auch Spezialisten wie Weimaraner, Vizlas und Pointer in den Händen von Nichtjägern. Während man früher einigermassen sorglos meinte, dass man auch einen passionierten Jäger mit Spaziergängen und ein paar Apportierübungen auslasten kann, werden sich Jagdhundhalter vermehrt bewusst, dass die Haltung eines so hoch spezialisierten Hundes doch etwas mehr Aufwand erfordert - nicht zuletzt dann, wenn der Hund unerwünschtes Verhalten zeigt. Nicht umsonst werden in Deutschland viele Jagdhundwelpen ausschließlich an Jäger abgegeben. Manche zukünftigen Hundebesitzer umgehen dies, und kaufen sich den gewünschten Hund einfach im Ausland, wo es den Züchtern oftmals egal ist wer ihre Hunde bekommt. Viele Jagdhunde kommen auch durch den Auslandtierschutz nach Deutschland. Obwohl diese Hunde in ihren Heimatländern oft im Tierheim gelandet sind, weil sie als jagduntauglich gelten, sollte der zukünftige Besitzer sich darüber im Klaren sein, dass ein English Setter aus Spanien oder ein Bracco aus Italien oftmals schon Jagderfahrung sammeln konnte. Die Frage ist also: gehören diese Hunde überhaupt in Nichtjägerhände? Sicher haben Sie auch schon oft auf der Hundewiese den Jagdtrieb Ihres Hundes diskutiert - Jagdhundrasse oder nicht - und oftmals kommt der Tipp "Wecken Sie bloß nicht den Jagdtrieb Ihres Hundes!". Wecken kann man natürlich nur, was da ist. Und machen wir uns nichts vor; Hunde sind Beutegreifer, also ist ein gewisser Jagdtrieb auf jeden Fall vorhanden. Was wir eigentlich meinen ist doch, dass der Jagdtrieb außer Kontrolle gerät, der Hund nicht mehr abrufbar und beim Auffinden einer Fährte nicht mehr ansprechbar ist. Jagdhund oder nicht, Sie müssen also mit dem mehr oder weniger Start ausgeprägten vorhandenen Jagdtrieb arbeiten. Optimalerweise wirke ich auf den noch jungen Hund in einer Art und Weise ein, dass dieser seiner Passion so nachgehen kann, dass er weder sich noch andere (Wild!) in Gefahr bringt. Denn das Unterbinden von Jagdverhalten mit Zwangsmaßnahmen oder durch ständiges Laufen an der Schleppleineführt auf lange Sicht nicht zum Erfolg; erfahrungsgemäß nutzen diese Hunde die erste Gelegenheit, um ihrer Lieblingsbeschäftigung nachzugehen. Der Spass an der Jagd ist durch die dabei ausgeschütteten Glückshormone so intensiv, dass selbst Stachelhalsband und Teletaktgerät oftmals erfolglos bleiben - und ohnehin auf keinen Fall angewendet werden sollten. Der Hund ist regelrecht "high". Daher sollte man schon bei der Wahl seines Hundes solche Rassen bevorzugen, deren Jagdtrieb eher gering ausgeprägt ist. Dies schließt durchaus auch Vertreter der Jagdhundrassen ein, eben solche, die schon seit Jahren auf andere Kriterien als Jagdtauglichkeit gezüchtet wurden, also nicht aus einer Leistungszucht stammen. Und es versteht sich von selbst, dass auch "ausrangierte" Jäger aus dem Süden oder Osten und Jagdhunde aus Showlinien nur für solche Hundehalter geeignet sind, die Freude daran haben, sich täglich längere Zeit in der freien Natur zu bewegen und sich sinnvoll mit ihrem Hund zu beschäftigen. es gibt genügend Hunderassen, denen auch der halbstündige Spaziergang im Park ausreicht, man sollte sich also bei der Auswahl eines geeigneten Familienmitglieds nicht vom Aussehen alleine beeinflussen lassen. Am Ende dieses Artikels finden Sie eine Liste mit Rassen, die auch für uns Laien geeignet sind, ebenso wie eine Liste mit Jagdhunden, die man sich als Nichtjäger nicht ins Haus holen sollte. Mal ehrlich, es macht doch keinen Sinn, sich erst ganz bewusst einen Jagdhund anzuschaffen, und dann verzweifelt nach einem Mittel zu suchen, wie man diesem die Jagdlust komplett austreiben kann. Auf der anderen Seite kann ein Hund durchaus zu einem wunderbaren Begleithund werden, wenn er seiner Veranlagung gemäß täglich reichlich körperliche Bewegung in der freien Natur bekommt und seine Nase sinnvoll einsetzen darf. Wenn Sie einmal einen ausgebildeten Jagdhund bei der Arbeit beobachtet haben, dann wissen Sie, warum dieser mit einem halbstündigen Spaziergang und einem Apportierspiel pro Tag nicht wirklich glücklich wird. Ein Jagdgebrauchshund setzt alle seine Sinne, Intelligenz, körperliche Kraft und Geschicklichkeit dazu ein, zu seinem Ziel, der Beute, zu gelangen, ungeachtet der Strapazen, Verletzungen oder ungünstigen Wetterlage. Das deutsche Jagdgesetz schreibt vor, dass bestimmte Jagdarten nur mit einem entsprechend jagdlich brauchbaren Hund durchgeführt werden dürfen. "Brauchbar" wird dabei vom Gesetzgeber genau definiert, und Jagdgebrauchshunde müssen sich daher auch einer Brauchbarkeitsprüfung unterziehen. Dabei wird festgestellt, ob der Vierbeiner in der Lage ist, seinen Zweck zu erfüllen; das rasche Auffinden, Stellen, Vorstehen oder Herantreiben und Bringen von Wild zu Lande und zu Wasser, in jedem Gelände und bei jedem Wetter. Der Jäger will sein Wild ohne unnötige Qualen für das Tier erlegen, also braucht er einen Hund, der seine Beute nicht sinnlos durch die Landschaft hetzt, ohne zu zögern die verletzte Ente aus dem kalten Wasser holt und zügig eine Schweißfährte abläuft, an dessen Ende vielleicht ein verwundetes und erschöpftes Reh auf Erlösung wartet. Einen solchen Hund können Sie nicht zum "Hobbyjäger" degradieren, er wird sonst ungehorsam, unausgeglichen und zeigt vielleicht sogar Verhaltensweisen wie Aggression. Die folgende Liste soll ein Anhaltspunkt bei der Auswahl von ihrem zukünftigen Familienmitglied sein. Natürlich gelten immer wieder Ausnahmen. Auch ich kenne Familienhundbesitzer, die mit ihrem Weimaraner oder Vizla völlig zufrieden sind, und es gibt Vertreter "geeigneter" Rasse, die ihre Besitzer in den Wahnsinn treiben. Als Faustregel sind Jagdhundrassen, die bereits seit Generationen als Familienhunde gezüchtet werden, auch für Laien geeignet. Finger weg von Jagdspezialisten und Hunden aus Leistungszuchten. Sie kaufen sich ja auch keinen Ferrari, um damit ein Mal die Woche einkaufen zu fahren… Geeignete Rassen:
Ungeeignete Rassen:
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