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TTouch


Tellington TTouch ist eine sanfte und respektvolle Therapieform für Hunde und andere Tiere, die dabei helfen kann, die Behandlung einer ganzen Reihe von gesundheitlichen Problemen oder Verhaltensauffälligkeiten zu unterstützen. Dazu gehören das Ziehen an der Leine, Athritis, übertriebene Reaktionen auf Umweltreize, Schüchternheit, schlechte Konzentrationsfähigkeit und holpriger Gang. TTouch wurde vor etwa 30 Jahren von Linda Tellington-Jones erfunden und wird heute weltweit von Hundetrainern, Tierpflegern, Tierärzten, Therapeuten und Hundehaltern angewendet.

TTouch Anhänger sind davon überzeugt, dass es eine Verbindung zwischen Körperhaltung und Verhaltensauffälligkeiten gibt und nutzen daher Körperarbeit, Bodenübungen und spezielles Ausrüstungen dazu, Spannungen im Körper abzubauen und ein Gefühl der Ruhe und des Wohlbefindens zu erzeugen. Dies hilft dem Hund dabei, Selbstbewußtsein und Selbstkontrolle zu entwickeln und aus dem Zyklus von instinktiven und angstvollen Reaktionen auszubrechen.

Ein Hund, der gegen Lärm empfindlich ist oder eine echte Phobie hat, weist aller Wahrscheinlichkeit nach Spannung in Hinterläufen und Schwanz auf. Die Unterschenkel, Schwanz und Ohren fühlen sich außerdem kalt an. Die nicht-invasiven Körperbewegungen (TTouches) können dann dabei helfen, die Blutzirkulation zu verbessern. Dabei werden die kalten Gliedmaßen aufgewärmt, verspannte Muskeln entspannt und Atmungsmuster unterbrochen. Meist stellt sich dabei auch ein Gefühl der Ruhe ein.

Das Abstreifen der Ohren mit einer bestimmten Bewegung senkt zum Beispiel den Puls und die Atmungsfrequenz und ein so genannter Body Wrap (ein Körperwickel oder T-Shirt) gibt dem geräuschempfindlichen Hund ein Gefühl der Sicherheit und reduziert damit oft das Bedürfnis, sich zu verkriechen.

Da Verhalten meist von bestimmten körperlichen Befindlichkeiten abhängig sind, zeigen Hunde mit diesen Spannungen im Körper oft die gleichen Verhaltensmuster; sie sind in neuen Situationen nervös, Fremden gegenüber mißtrauisch und fahren nicht gerne Auto. Mit TTouch können diese Hunde an Selbstbewußtsein gewinnen, Verhaltensmodifikationen und Trainingsansätze haben damit mehr Erfolg.

TTouch besteht aus drei verschiedenen Elementen. Die Körperarbeit, die eigentlichen TTouches, sind wiederum in drei Gruppen unterteilt: kreisförmige Bewegungen, langes Ausstreichen und leichtes Anheben der Haut. Dabei handelt es sich um eine Reihe von verschiedenen, leichten Druckberührungen und Streichelbewegungen. Ziel ist es, das Körperbewußtsein und geistige Wohlbefinden des Hundes zu stärken und ihm neue Erfahrungen zu ermöglichen, in dem sensorische Aspekte des Nervensystems angesprochen werden.

Die kreisenden Bewegungen stellen die Grundlage der TTouch-Technik dar. Finger oder Hand bewegen sanft die Haut des Hundes in einem ein-einviertel Kreis, normalerweise im Uhrzeigersinn. Dies hilft bei der Muskelentspannung um bestimmte Gelenke oder andere Körperteile und reduziert Stress. Die Position der Hand und der angewendete Druck hängen dabei von dem zu behandelnden Hund ab, und welche Körperteile behandelt werden. Nervöse Hunde, die sich generell nicht gerne anfassen lassen, finden zum Beispiel Berührung mit der Handrückseite als weniger bedrohlich.

Bei der Bodenarbeit wird der Hund durch eine Reihe von Stangen am Boden, niedrige Hindernisse und Wippen geführt, die in bestimmten Muster ausgelegt werden. Verschiedene Untergründe hefen dabei, Körperhaltung und Bewegungsabläufe zu verbessern und Balance und Konzentrationsfähigkeit zu steigern. Die langsamen, präzisen Bewegungen haben eine beruhigende Wirkung auf den Hund und helfen ihm dabei, sich selber zu kontrollieren.

Darüber hinaus können diese Pacours Flexibilität und Gang positiv beeinflussen. Körperliche und mentale Balance sind voneinander abhängig, und die Tellington Bodenarbeit kann daher dramatische Effekte auf Verhaltensauffälligkeiten haben, insbesondere bei Hunden, die aus gesundheitlichen Gründen ruhig gehalten werden müssen oder die sich an der Leine schnell hochfahren. Sie können auch eine wertvolle ergänzende Maßnahme sein, um einen Hund gegen Berührungen zu desensibilisieren.

Gewisse Ausrüstungen haben ebenfalls einen direkten Einfluss auf die Körperhaltung und das Verhalten eines Hundes. Druck auf den Nacken des Hundes lassen diesen seinen Körper verspannen, und Druck am Hals kann Stress erzeugen (Aus diesem Grund bevorzugen wir Geschirre statt Halsbänder, weil der Druck dann einmal an einer anderen, unempfindlicheren Körperstelle einwirkt und außerdem besser verteilt wird. Siehe dazu auch den Artikel "Geschirr versus Halsband"). Ein Geschirr mit einer langen Leine ist daher die beste Art, einen Hund zu führen. Die Leine kann dann entweder im Halsbereich oder dem Rücken oder sogar vorne im Brustbereich befestigt werden. TTouch Practitioner verwenden außerdem oft Körperwickel oder eine künstliche Hand, damit der ängstliche Hund nicht durch den sich nähernden Therapeuten verängstigt wird. Bei aggressiven Hunden ist dies außerdem eine Sicherheitsmaßnahme.

Körperwickel oder T-Shirts sind ebenfalls wichtiger Bestandteil der Werkzeugkiste eines TTouch Practitioners und werden in verschiedenen Situationen angewandt, zum Beispiel bei Lärmempfindlichkeit. Sie erhöhen das Körperbewußtsein und helfen nervösen oder hyperaktiven Hunden dabei, sich zu entspannen.

Entgegen früherer Lehrmeinung bedeutet der vorsichtige Körperkontakt mit einem ängstlichen, reaktiven oder defensiven Hunds keine Bestätigung des Verhaltens, sondern kann dabei helfen, dieses zu verändern. Tellington TTouches haben einen tiefwirkenden und starken Einfluss auf das Nervensystem und können damit Reaktionen und Gefühle beeinflussen. Sogar eingefahrene Verhaltensmuster können durchbrochen werden, was dem Hundehalter oder Trainer die Möglichkeit gibt, Alternativverhalten aufzuzeigen.

Die genaue Beobachtung des zu behandelnden Hundes sind ein wichtiger Bestandteil der TTouch Arbeit. Practitioner schauen auf die Reaktionen des Hundes auf Reize und berücksichtigen Körperhaltung, Balance, Bewegung und Muskelentwicklung des Hundes. Die Herz- und Atmungsfrequenz, Beschaffenheit und Erscheinungbild des Fells und andere Anzeichen wie Änderungen der Temperatur in bestimmten Körperteilen, sprödes oder trockenes Fell oder Spannungen in Schwanz, Ohren oder Beinen werden ebenfalls in Betracht gezogen. Darüber hinaus geben die Reaktionen des Hundes auf Berührungen oder seine Fähigkeit, einen Pacour zu meistern Aufschluss über seine Befindlichkeit. Schwerpunkt liegt darauf, zu sehen, was der Hund meistern kann, nicht was er nicht kann. Es wird also immer unter der Schwelle dessen gearbeitet, bei der der jeweilige Hund reagieren würde, insbesondere bei der Behandlung von nervösen und defensiven Tieren.



Tellington TTouch als ergänzendes Elemet einer Verhaltenstherapie




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