Der neue DHVE Sachkundenachweis und Hundeführerschein

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Der neue DHVE Sachkundenachweis und Hundeführerschein

Informationsveranstaltung Samstag den 26.03.2016 um 10:00 Uhr in Irmenach

Manches wird leichter, einiges wird schwerer, vieles macht mehr Sinn…

Das wäre so mein Fazit zum neuen DHVE-Hundeführerschein. Zunächst kommt natürlich die Frage auf: „Brauchen wir noch einen Hundeführerschein?“. Der Vorteil des DHVE-Hundeführerscheins ist einfach, dass sich in diesem Dachverband (Dachverband für Haustierverhaltensberater in Europa e.V.) einige Berufsverbände tummeln, daher wird es natürlich wieder ein Stück einheitlicher. Unter dem Dachverband versammelt sind unter anderem der „Allgemeine Deutsche Hundeclub“ – ADHC, die „Animal Ambassadors“ und „Hunde für Handicaps“, aber auch die sich als Berufsverbände verstehenden BHV (Berufsverband der Hundeerzieher und Verhaltensberater), IG (Interessengemeinschaft unabhängiger Hundeschulen), TTeam-Gilde und die Gesellschaft für Tierverhaltensmedizin- und therapie. Zudem ist der Hundeführerschein es DHVE jetzt bei den entsprechenden Ministerien eingereicht, bei Genehmigung steigt also auch die Rechtssicherheit (im Moment kann ja noch jede Behörde selber entscheiden was sie wie und warum anerkennt).

Die Prüfung an sich wurde im Vergleich zur BHV-Prüfung ebenfalls vereinheitlicht. Damit hat der Prüfer keinen großartigen Ermessensspielraum mehr: Die einzelnen Übungen der Prüfung sind auf eine bestimmte Art und Weise zu zeigen, und die Bewertungskriterien stehen ebenfalls fest. Das stoppt Willkür und hilft uns Hundeschulen natürlich auch bei der Vorbereitung der Prüflinge.

Die Grundidee des Hundeführerscheins ist geblieben: der Hundehalter soll zeigen, dass er in der Lage ist sich mit seinem Hund in der Öffentlichkeit zu bewegen ohne sich und andere zu gefährden. Das heißt, der Hund muss nicht perfekt sein – der Hundehalter muss ihn nur richtig einschätzen und durch schwierige Situationen leiten können. Hilfsmittel wie Halti, Maulkorb und Futterbelohnung sind erlaubt, der Gebrauch des Haltis wird auch nicht mehr auf dem Führerschein vermerkt (Maulkorb dann, wenn er überwiegend in der Prüfung getragen wird). Geprüft wird in drei Teilen; der Grundgehorsam ohne Ablenkung, das Verhalten beim Spaziergang und in Begegnungssituationen und der Stadtbesuch. Die gilt für alle drei Stufen.

Der Führerschein hat jetzt drei Stufen. Stufe 1 entspricht dem Behördenniveau (Sachkundenachweis), damit sollen sich auch Menschen „nachqualifizierten“ können, die ihren Hund schon lange haben, wo sich die Gesetzeslage aber vielleicht geändert hat (plötzlich braucht man einen Sachkundenachweis aufgrund verschärfter kommunaler Bestimmungen). Aus 10 Aufgaben sind mindestens 6 zu meistern, wobei die einzelnen Aufgaben die gleiche Wertigkeit haben. Der Hund wird die ganze Zeit an der Leine geführt. Diese Stufe entspricht auch dem Leistungsstand eines Junghundes und ist ein schöner Abschluss nach durchlaufenden Welpen- und Junghunderziehungskursen. Wir werden dies auch in Zukunft in dieser Form anbieten.

Stufe 2 entspricht dem ehemaligen Niveau der Stufe 1 des BHV Führerscheins. Geprüft wird angeleint. Aufgaben wir Rückruf und Abbruchsignal dürfen an der Schleppleine absolviert werden. Beim Spaziergang ist der Hund durchgängig angeleint. Eine gute Leinenführigkeit ist wichtig und wird auch entsprechend gewertet.

Stufe 3 ist das Sahnehäubchen und soll auf Behördenniveau dazu dienen nachzuweisen, dass der Hund frei laufen kann. Das macht natürlich den Rückruf wichtig, auch Begegnungssituationen sollten souverän gemeistert werden. Der Hund darf während der Prüfung im Freilaufgebiet auch gerne angeleint werden, damit er an Passanten, anderen Hunden oder Nutztieren vorbei geführt werden kann. Es soll aber zu erkennen sein, dass er grundsätzlich auch ohne Leine immer wieder unter Kontrolle gebracht werden kann. Auch in dem Bereichen Gehorsam und Stadtgang gibt es ein paar zusätzliche Aufgaben. Wichtiges Kriterium bei der Beurteilung des Hund- und Halteteams ist es auch, dass sich niemand durch den Hund belästigt fühlt, egal ob im Freilauf oder in der Stadt beim Geschäftsbesuch. Das ist die Stufe, von der man sich wünscht dass sie obligatorisch für jeden frei laufenden „Tutnix“ wäre, die einem immer mal wieder den Kamm schwellen lassen, wenn sie ungebremst in den eigenen angeleinten und verletzten Hund rasen…

Wir werden die Führerscheinprüfung in allen drei Stufen ab sofort anbieten. Als Richtlinie kann man sagen, dass Sie sich nach absolviertem Welpen- und Junghundekurs der Stufe 1 gewachsen fühlen sollten (passt auch vom Alter, den der Hund muss zur Anmeldung mindestens 1 Jahr alt sein). Für die Stufe 2 sollten Sie sich auf dem Niveau unserer Stufe 2 – Module befinden: Sie haben die Module Grundpositionen, Trainingsgrundlagen und Leinenführigkeit durchlaufen haben oder beherrschen die Kursinhalte. Für Stufe 3 muss Ihr Hund darüber hinaus einen guten Rückruf haben.

Die Prüfungsinhalte werden in den Vorbereitungskursen selbstverständlich vermittelt, dabei sollten Sie aber darauf achten, welche Vorraussetzungen gefordert werden. Bei den reinen Prüfungsvorbereitungsmodulen in unserer Stufe 3 vermitteln wir zum Beispiel nicht mehr, wie man einen Rückruf aufbaut, wir üben lediglich, wie er situationsbezogen anzuwenden ist. Gleiches gilt auch für das Verbotswort oder die Grundpositionen. Diese Grundlagen bringen Sie dann bereits mit.

In den kompletten Hundeführerscheinkursen, die dann auch über einen deutlich längeren Zeitraum laufen (normalerweise über 12 Einheiten inklusive Prüfung), holen wir Sie dagegen auf dem Stand eines Junghundes ab. Wir üben alle Bereiche der Hundeführerscheinprüfung, angefangen beim Grundgehorsam über das Verhalten im Freilauf und in der Stadt. Gemeinsam überlegen wir dann, zu welcher Prüfungsstufe Sie sich am besten anmelden.

Mehr Informationen zum DHVE-Hundeführerschein finden Sie hier: http://www.dhve.de/index.php/sachkundenachweis-hundefuehrschein

Am Samstag den 26.03.2016 um 10:00 Uhr bieten wir eine Informationsveranstaltung zum Hundeführerschein an. Dort erkläre ich noch einmal genau was Ihr Hund für welche Stufe leisten muss, wann die nächsten Prüfungen geplant sind und wir können gemeinsam überlegen, in welchem Vorbereitungskurs Sie am besten aufgehoben sind.

 

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