Welpenkurse 2018

Welpenerziehung

Welpenkurse 2018

Einen Welpen groß ziehen ist ein bisschen wie der Launch eines Space Shuttles: man hat einen straffen Zeitplan, um die Mission vorzubereiten (das Leben als Erwachsener) und nachträgliche Reparaturen sind deutlich schwieriger als der ursprüngliche Zusammenbau. Im Gegensatz zum Launch eines Space Shuttles glaubt jeder, zu wissen wie es geht. Aber Umwelteinflüsse ändern sich, wir lernen ständig mehr über die Funktionsweise des Gehirns und jeder Welpe hat seine eigene Persönlichkeit und Bedürfnisse, so dass wir nicht unbedingt Erfolg damit haben, wie wir das schon immer gemacht haben (sprich mit Omas Dackel vor 40 Jahren).

Das geht auch uns professionellen Trainern nicht anders, und deswegen sind die Erfahrungen aus vergangenen Welpenkursen und Ihr Feedback in das Konzept für den Welpenkurs 2018 wieder mit eingeflossen. Die Struktur bleibt: 12 Trainingseinheiten über 8 Wochen verteilt, der Einstieg ist jederzeit möglich. So wird einerseits der Welpe nicht zum Junghund, während Sie auf den Beginn des nächsten Kurses warten. Andererseits bleibt die Gruppenzusammensetzung relativ konstant und die Anzahl der Gruppenteilnehmer ist beschränkt, so dass Welpe und Mensch sich aufeinander konzentrieren können. So weit, so bewährt.

Die Schwerpunkte hinsichtlich der Kursinhalte haben wir dagegen noch ein wenig verändert. Wir legen noch weniger Wert auf Sitz-Platz-Fuß in diesem Alter, denn zum einen ist das schnell gelernt und zum anderen relativ unwichtig. Ja, richtig gehört. Unwichtig.

Seien wir doch mal ehrlich: was wir letztendlich eigentlich alle haben wollen ist ein Hund, der auch unterwegs ansprechbar bleibt, mit Umweltreizen souverän umgehen kann und weder Mensch noch Tier belästigt. Wenn er dazu noch einen soliden Rückruf hat und ich unerwünschtes Verhalten im Notfall abbrechen kann, dann kann ich ihm überdies noch deutlich mehr Freiheiten gewähren. Was nützt mir ein Sitz, was außerhalb der eigenen vier Wände sowieso nicht abrufbar ist, weil der Hund viel zu aufgeregt ist, um mich überhaupt wahrzunehmen? Hat der Welpe aber erstmal eine solide Bindung zu seinem Menschen aufgebaut und gelernt sich an diesem zu orientieren und kann sich sicher in seiner Umwelt bewegen, dann habe ich ihm Formalitäten wie Sitz-Platz-Fuß doch an einem Wochenende vermittelt. Und mir ein Bier aus dem Kühlschrank holen, oder was immer sonst ich so für wichtig erachte.

Dazu gehört auch, dass der Mensch seinen Welpen lesen kann, denn nur so kann er ihm bei der Entdeckung der Welt auch helfend zur Seite stehen. Viel zu oft sehe ich Welpen, die zwecks „Sozialisierung“ mit allem und jedem spielen sollen – damit aber total überfordert sind. Wichtiger wäre es meines Erachtens, die Körpersprache des Welpens richtig zu deuten und ihm im Zweifelsfall auch den nötigen Abstand zu geben, damit er Menschen und Artgenossen oder andere Spezies angstfrei in seinem Tempo kennenlernen kann. Denn sonst schlägt ein gut gemeinte „Sozialisieren“ in eine Sensibilisierung um: der Welpe reagiert fortan schneller, heftiger und aggressiver auf Angstreize. Denn seiner „höflichen“ Bitte um mehr Raum ist ja niemand nachgekommen – also legt er eben zwei Gänge zu um verstanden zu werden. Der Mensch wundert sich dann, dass der Junghund so „aggressiv“ auf Artgenossen oder gar Menschen reagiert, dabei hatte er doch so viel Kontakt und hat immer mit anderen Hunden „gespielt“.

Eine weiter wichtige Grundlage ist das Erlernen von Ruhe. Gerade vermeintlich aktive Rassen werden oft schon hoffnungslos überfordert. Da wird der Welpe überall mit hingenommen, mit anderen Hunden vergesellschaftet, mit Bällchen bespaßt, mit Denkspielzeugen „ausgelastet“ und dazwischen kommt noch ständig Besuch. Dabei wird gerne vergessen, dass der Welpe Ruhezeiten braucht, um die ganzen Eindrücke überhaupt zu verarbeiten. Wie kleine Kinder finden junge Hunde oft den „Aus“- Knopf noch nicht alleine. Dem kleinen Wurm fehlt es dann oft nicht an Beschäftigung, sondern an Schlaf! Und wie das bei uns nicht anders ist: ohne ausreichenden Schlaf ist er leichter erregbar, kann sich schlechter konzentrieren, wirkt nervös und hektisch. Wir helfen Welpenbesitzern dabei, die Balance zwischen Ruhe und Aufregung zu finden und Rituale und Strukturen zu schaffen, die dem kleinen Hund dabei helfen auch mal abzuschalten.

Darüber hinaus zeigen wir weiterhin, wie man Übungen Welpengerecht in kleinen Schritten aufbaut, geben dem kleinen Hund die Gelegenheit Körpergefühl und Koordination aufzubauen und nicht zuletzt kann er bei uns erste Erfahrungen mit vielen Menschen, Artgenossen und Nutztieren sammeln.

Damit Ihr Welpe auch die Welt außerhalb Ihrer eigenen vier Wände und des Hundeplatzes kennenlernt treffen wir uns außerdem in Wald und Wiese, gehen in den Tierpark und die Stadt, an die Mosel oder besuchen Hundesalon und Tierpension. Die Ausflüge finden in der Regel am Wochenende statt.

Die neuen Welpenkurse beginnen im Januar, da die Plätze erfahrungsgemäß schnell vergeben sind empfiehlt sich die rechtzeitige Anmeldung hier.

Wir freuen uns schon darauf, Sie und Ihren Welpen bei seinen ersten Schritten ins Leben begleiten zu dürfen.

 

Welpenerziehung

Welpenkurs (12 Einheiten/8 Wochen)

Beginn: Einstieg jederzeit möglich

Wann: Freitags, 17:00 Uhr/Aussentermine werden bekannt gegeben

Wo: Hundeplatz Irmenach (Auf der Höhe 15)

Kosten: 150,- €

 

 

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