Schlaf- und Ruhebedürfnis von Welpen

  • Bettina Alfaro
  • 05.01.2021
  • Welpen

Das Ruhe- und Schlafbedürfnis von Hunden, insbesondere Welpen, wird vielfach unterschätzt. Welpen brauchen bis zu 20 Stunden am Tag Ruhe, erwachsenen Hunde immerhin noch so um die 17 Stunden. Das muss nicht unbedingt tiefer Schlaf sein, aber schon ein relaxten Ruhen ohne ständig aufgeschreckt zu werden, weil man Frauchen ins Bad folgen muss oder die Kinder nach Hause kommen.  

Wenn ich mangelnde Ruhe als (eine) Wurzel unerwünschten Verhaltens identifiziere, bekomme ich oft als Antwort: “Aber der kann ja jederzeit schlafen, es hindert ihn ja keiner daran.” Das stimmt so leider nicht. Welpen müssen oft erst lernen sich zu entspannen, und dazu brauchen sie neben einem Gefühl der Sicherheit (also ein bekannter Ort oder ein bekannter Mensch an der Seite) auch eine ruhige Umgebung. Viele unserer Haushunde sind dazu noch Vertreter von aktiven Rassen, die durch ihre ursprüngliche Bestimmung oder Genetik (Hütehunde zum Beispiel sollen schon auf die kleinsten Sicht- und Bewegungsreize reagieren) Hilfe beim Ruhen brauchen. Genau die Hunde, denen wir einen großen Will To Please, also die Bereitschaft alles mitzumachen zusprechen und die eine “gute Arbeitsmoral” haben, sind diejenigen, die schwer zur Ruhe kommen. Da muss man sich manchmal tatsächlich dazu legen oder setzen, um den Ruhegedanken rüber zu bringen. 

Warum ist Schlaf denn überhaupt so wichtig, mag man fragen?

Das Ruhebedürfnis von Hunden wurde bereits in vielen Studien untersucht. Dass im Schlaf Erlebnisse verarbeitet werden und körperliche Prozesse ablaufen, die den Organismus erneuern und gesund halten ist auch bekannt - das gilt ja auch für uns Menschen. Aber was passiert denn, wenn der Welpe nicht genug Schlaf bekommt? 

Bei Welpen kann man oft sehen dass sie grobmotorisch, rau und reizbar sind - im Spiel mit anderen Hunden oder den Kindern ist das gut zu beobachten. Da schreit dann mal schneller einer. Nicht umsonst heißt es “Nach müde kommt doof.”. Das kann schon passieren, wenn der Welpe mal zu lange gespielt hat und nicht mehr aufhören kann (Nein, er hat dann nicht noch soooooo viel Energie, er kann nicht abschalten!). Wie man Sozialspiel mit Ruhephasen und Umwelterkundung einbindet lernen Sie zum Beispiel in unseren Welpenkursen.

Passiert dies ständig werden Welpen reizbarer (das Spielbeissen wird härter), unkonzentriert (fällt bei der ohnehin sehr begrenzten Aufmerksamkeistspanne eines Welpen nicht unbedingt auf) und fahrig, am Ende sogar körperlich krank. An der Stelle kommen besorgte Besitzer oft zu mir, ihr Hund wird aggressiv! Oder die Welpen rasen dann wild herum, sind nicht ansprechbar, bellen, schnappen in alles was sich bewegt und sind irgendwie unausstehlich. Halt, das kommt uns doch bekannt vor? Etwa so, wie mein übermüdeter Dreijähriger? Da würde allerdings niemand auf die Idee kommen der hat ja noch soooooo viel Energie, der wird dann ohne großes Tamtam zum Schlafen gelegt - auch wenn er zunächst wild protestiert.

In engem Verhältnis dazu steht auch zu viel Input. Im Bemühen, den Welpen zu “sozialisieren” wird heutzutage meist übertrieben; es fehlen die Ruhephasen, in denen der Welpe das Erlebte auch verarbeiten kann. Statt ihn also an Reize zu gewöhnen wird er regelrecht überreizt. Der Effekt geht dann ins Gegenteil, er meidet die Situationen, die ihn überfordern, speichert Begegnungen als unangenehm bis gefährlich ab oder zeigt Abwehrverhalten. Manchmal auch erst ein paar Monate später, da Welpen dazu neigen erstmal alles über sich ergehen zu lassen (logisch, das sind Babys!). 

Was kann man also tun, um dem Welpen zu helfen zur Ruhe zu kommen?

Ein fester, kuscheliger Schlafplatz in einer ruhigen Ecke, aber nicht in einem separaten Raum (das Hundebaby möchte ja bei seiner Familie sein, die Sache mit dem Sicherheitsbedürfnis) ist ein erster Schritt. Oft hilft eine Hundebox als sichere Höhle, die auch die Aussenreize ein wenig dämpft. Wenn der Welpe auf seinem Platz liegt wird er nicht aufgescheucht, angesprochen, angefasst oder sonst wie gestört. Das verstehen auch sehr kleine Kinder geht schnell - und im Falle einer Box kann man die Tür schließen, um den Hund zu schützen.

Wie jetzt, schützen? Aber er ist dann ja eingesperrt?! Das ist richtig, aber eine gut auftrainierte Hundebox ist für den Hund Zufluchtsort, Ruhepol, Schatzhöhle und einfach ein toller Ort. Im Auto schützt eine Box bei Unfällen davor, dass der Hund durch die Gegend fliegt und sich und andere verletzt. Im Urlaub hat der Hund sein Zuhause praktisch dabei. Wie man das entsprechend aufbaut lernt man in guten Welpenkursen. 

Am besten kauft man den Zimmerkennel gleich in der richtigen Größe für den ausgewachsenen Hund - man kann ihn erst mit einer Decke oder einem Karton verkleinern, so dass es auch der Welpe schon kuschelig hat. Zur Auswahl stehen Kennel aus Draht, die man praktischerweise auch zusammen falten kann und die im Sommer gut durchlüftet sind. Mit einer Decke drüber werden sie zur blickdichten Höhle. Oder eine Plastikbox, die ebenfalls gerne angenommen wird. Hier fehlt allerdings die Durchlüftung, da nur kleine Schächte vorhanden sind. Stoffboxen kommen erst zum Einsatz, wenn der Welpe das Prinzip Box kennt und mag - ansonsten werden die Reissverschlüsse innerhalb von Sekunden zerlegt oder der Welpe wandert mit der kompletten Box durch die Gegend. 

Wenn man sieht wie gerne Welpen und auch erwachsene Hunde ihre Höhlen annehmen, möchte man sie nicht mehr missen - die Tür muss ja dann nicht mehr geschlossen werden, wenn man sich dann besser fühlt. Nebeneffekt; muss der Hund mal über Nacht in eine Tierklinik, bekommt er keine Panik weil er dort so begrenzt wird - wo es ihm doch sowieso schon nicht gut geht. Ihr Welpe fährt gut geschützt im Auto ohne sich zu verletzen - im Kofferraum würde er in jeder Kurve wie eine Erbse durchgeschüttelt, gar nicht zu reden von einem echten Aufprall im Falle einer Vollbremsung. In Hotels und Ferienhäusern werden mitgebrachte Hunde oft auch toleriert, wenn das Haus eigentlich nicht so Hundefreundlich eingestellt ist - dass der Hund im Kennel schläft und dann weniger Haare und Schmutz hinterlässt leuchtet ein. Und im Kennel weiß man den Welpen auch mal gut abgehoben, wenn man gerade mal nicht aufpassen kann was er gerade ankaut, wo er gerade rum läuft und ob er gerade sein Geschäft verrichten muss. 

Zur Ruhe kommen auch unter Ablenkung ist ein wichtiger Punkt in unseren Welpenkursen, mindestens eine Übung zum Thema wird in jeder Einheit erklärt und geübt. Außerdem zeigen wir den Aufbau von Ruhedecke und/oder Hundebox und besprechen deren Anwendungen im Alltag. Im Welpen-Onlinekurs finden sich noch mal viele zusätzliche Ruheübungen für zu Hause und unterwegs mit dem Welpen, inklusive vielen Videobeispielen und Feedback zum eigenen Lernvorgang. 


Hier gibt es mehr Informationen zu unseren aktuellen Welpenkursen.



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