Einzug des Welpen - Abholung

  • Bettina Alfaro
  • 09.01.2021
  • Welpen

Der Umzug ins neue Zuhause ist ein einschneidendes Erlebnis für den kleinen Welpen, schließlich verlässt er alles, was er kennt und liebt: Mutter, Geschwister, eventuell andere tierische Mitbewohner, Züchter oder Betreuer im Tierheim und deren Familie, vertraute Umgebung, etc.


Mit etwas Glück hat der Züchter schon etwas Vorarbeit geleistet und reisst den Welpen nicht 2 Minuten vor Abholung von den Zitzen der Mutter, bevor er übergeben wird. Für gewöhnlich entwöhnen Hundemütter ihre Welpen sowieso schon lange vorher, nichtsdestotrotz bieten sie weiterhin Schutz, spielen mit ihren Babies und bleiben auch einfach mal zum Kuscheln liegen. Allerdings sind sie nicht mehr den ganzen Tag bei den Kleinen, und es wäre auch grausam sie mit ihren Babies in einem Raum einzusperren. Ab der 4. Woche ungefähr entwickeln die Mütter durchaus auch wieder eigene Interessen und nehmen am Familienleben teil, zum Säugen und später einfach mal nach dem Rechten schauen gehen sie dann regelmässig zu den Welpen. Der engagierte Züchter hat dann auch schon dafür gesorgt, dass die Welpen ein paar Tage vor dem Auszug ohne ihr Mama klar kommen, in dem sie die Mama darin unterstützen, wenn sie Abstand zu ihren Babies haben will und diese entwöhnt. Auch bleiben die Welpen mal alleine in einem Zimmer - als Gruppe fällt dies oft leichter, als wenn der Welpe das plötzlich ganz alleine im neuen Heim lernen soll. Viele Züchter haben mit ihren Schergen ja auch schon kleine Ausflüge unternommen oder die Welpen einfach mal ins Auto gesetzt, so dass auch dies nicht gänzlich unbekannt sein sollte.


Welpen, die bis zum Auszug nie alleine waren, weil immer jemand an der Wurfkiste oder später mit im Raum saß sind anfangs oft sehr anstrengend, wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Macht Sinn, sie waren noch niemals nie in ihrem jungen Leben ganz alleine. Gut gemeint ist eben nicht immer gut gemacht…


Meist bekommt man beim Züchter auch ein Welpenpaket mit auf den Weg, neben den Papieren, Pass und Ahnentafel enthält dies eine kleine Menge des derzeit benutzen Futters und Spielzeug und/oder Kuscheldecke, die noch nach Mama, Geschwistern und Züchter riecht. Tierheimwelpen haben diesen Luxus meist nicht, allerdings sind sie auch selten im eigentlichen Tierheim geboren, so dass die Bindung an diesen Ort nicht so groß ist. Trotzdem ist dies eventuell der sichere Hafen für den kleinen Welpen, ungeachtet dessen was der Mensch sich vorstellt (“Ich habe den Hund aus dem Tierheim/Vermehrerschuppen gerettet.”). Ungeachtet der eher nicht optimalen Bedingungen - für das kleine Lebewesen ist es alles war er bis jetzt kennengelernt hat. Bekanntes schafft Sicherheit. IN einem solchen Fall kann man mit einer mitgebrachten Decke selber eine Geruchsprobe nehmen wenn dies in Ordnung ist; einfach mit der Decke an der Mutter und/oder den Geschwistern reiben oder den Betreuer bitten, die Decke in die Hand zu nehmen. 


Aber zurück zum Züchter/Tierheim: wenn man alle Papiere und Welpenpaket erhalten hat, geht es ans eigentlich Abschied nehmen. Idealerweise ohne verstörende, tränenreiche Abschiedszeremonien, sondern ruhig und ohne dem Welpen Angst zu machen. Es empfiehlt sich zu zweit zu kommen, so kann der Beifahrer den Welpen auf den Schoß nehmen, vielleicht sogar eingehüllt in den Geruchsgegenstand mit dem vertrauteren Geruch. Airbag nicht vergessen; entweder deaktivieren, oder auf dem Rücksitz mit dem Hundekind fahren, denn sollte der Airbag auslösen wird der Kleine das wohl kaum überleben.


Kurze bis mittellange Strecken schläft der Welpe meist durch, in dem Fall muss man auch nicht anhalten und Pippipausen erzwingen. Ist es eine längere Fahrt empfehlen sich kleine Pausen, in denen der Zwerg sich auch mal lösen und ein paar Schritte bewegen kann. Dazu sollte man den Welpen unbedingt mit Geschirr und Leine sichern, denn Welpen können ungeahntes Tempo entwickeln, wenn sie sich erschrecken, und eine Autobahnraststätte oder ähnliches ist nicht gerade ein sicherer Ort.


Wenn der Welpe die Hundebox schon kennengelernt hat kann man ihn natürlich auch dort zur Ruhe betten, trotzdem sollte ein Mensch in seiner Nähe beispielsweise auf der Rücksitzbank sitzen, der auch mal die Hand ans Gitter legen kann wenn der kleine Kerl aufwacht. Wird er richtig unruhig heisst es anhalten und Pippipause anbieten. Im Kofferraum bekommt man davon nichts mit, außerdem soll der Welpe ja eine Bindung zu uns aufbauen und sich bei uns sicher fühlen, da ist der Schoß für die erste Reise völlig in Ordnung. 


So sollte man relativ stressfrei zu Hause ankommen - hat der Welpe beim Züchter bereits ein paar Autofahrten erlebt ist er an dieser Stelle auch noch nicht weiter beunruhigt. 


Beim Aussteigen kann sich der Welpe erst mal lösen und die Umgebung vor dem Haus erkunden, dann beginnt das Abenteuer!

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